KWG-Bauprojekt Finkenstraße – lösungsorientierter Austausch

KWG-Bauprojekt Finkenstraße – das Aktionsbündnis Amshausen lud KWG-Chef Sven Eisele und alle im Rats-Gruppierungen am 7. September ins Sportlerheim des TSV Amshausen ein. Dort wurden unterschiedliche Perspektiven zum Thema „günstiges Bauen“ beleuchtet. Über 40 Gäste, KWG-Chef Sven Eisele und alle Fraktionen bis auf die Grünen kamen.

Auf einen Blick:

  • Die KWG wäre mit Gesprächen mit der Gemeinde über einen Flächentausch einverstanden gewesen, der von der Ratsmehrheit abgelehnt wurde.
  • Das Aktionsbündnis Amshausen ist für eine Anpassung von Neubauten an die vorhandene Siedlungsstruktur mit Erhalt vom Grünflächen
  • Die CDU schlägt Lösungen vor. FDP und der parteilose Ratsherr Kai Funke legen ihren Schwerpunkt auf Kosten von Bauprojekten. Die BA/STU ist für eine kleinere Gebäude, weniger Wohneinheiten und Naturerhalt.
  • Die KWG will Anwohner-Einwände in ihre weitere Planung einbeziehen.

Über 40 Menschen folgten der Einladung des Aktionsbündnisses Amshausen zu einer Diskussionsveranstaltung zum Thema „Günstiges Bauen“ im Vereinsheim des TSV Amshausen. KWG-Chef Sven Eisele und die Mehrheit der im Rat vertretenen Grupperungen stellten ihre Position dar. Nur die Grünen blieben mit einer Absage über Facebook fern.

Mieter und Anwohner gegen KWG-Vorentwürfe

Zunächst schilderten Mitglieder des Aktionsbündnisses Amshausen ihre Wahrnehmung. Noch-KWG-Mieterin Yvonne Mbenga: „Ich wohne schon mein Leben lang in Amshausen und fühle mich in unserem Vierparteienhaus sehr wohl.“ Sie wolle nicht in einem Block mit zwölf Wohnungen leben.

Michal Gerling ist Anwohner an der Amshausener Straße. Nach den ersten KWG-Entwürfen sollen zwölf Balkone direkt auf sein Grundstück und das der Nachbarn gerichtet sein. Er merkte an: „Niemand würde sich mehr in seinem Garten wohlfühlen, wenn so viele Augen auf ihn gerichtet sind.“

KWG-Bauprojekt Finkenstraße – mehr Autos und mehr Verkehr

Aktionsbündnis-Gründungsmitglied Friedemann Holzapfel richtete den Blick auf das Abweichen der geplanten Architektur von der vorhandenen Bebauung. „Breite oder hohe Betonklötze verschandeln den Ortsteil.“ Die mit allem Neubauten in Amshausen verbundenen Verkehrsströme seien eine unzumutbare Belastung für den gesamten Ortsteil.

Dazu passend, wies Finkenstraßen-Anwohner Arthur Picker durch einen Stellvertreter auf die mit der aktuellen Parkplatz-Planung verbundene Problematik hin: „Wo sollen all die Fahrzeuge parken?“ Auf ein Steinhagener Bauprojekt mit ähnlichen Auswirkungen nahm Matthias König Bezug: „An der Swinemünder Straße sollen auf eine Wiese große Mehrfamilienhäuser gebaut werden. Das sehen wir Anwohner auch aus Naturschutzgründen kritisch.“ Abgesehen davon, solle das neue Wohngebiet umständlich über die Swinemünder Straße statt über den Hilter Weg erschlossen werden. „Dann geht aller Verkehr mitten durch das Wohngebiet. Was für eine Planung!“

Kritik an Gemeinde-Bauprojekten: Stückwerk statt Gesamtzusammenhang

Auf eine mangelnde Betrachtung des Gesamtzusammenhangs wies Aktionsbündnis-Mitglied Hans-Werner Elbracht hin. Er sitzt für die Linken im Kreistag Gütersloh. „In dieser Diskussion geht es nur um Stückwerk. Wir müssen über ökologisch sinnvolles Bauen nachdenken und ein Gesamtkonzept entwickeln.“ Seiner Meinung nach sei dafür eine wertvolle Chance durch die Ablehnung des CDU-Flächentausch-Vorschlages vertan worden.

KWG hätte mit der Gemeinde über Flächentausch gesprochen

KWG-Vorstandssprecher Sven Eisele betonte, er sei zu Gesprächen über einen Flächentausch bereit gewesen. Doch es wäre keine Anfrage der Gemeinde Steinhagen an ihn erfolgt. Auch Amshausener Anwohner bedauerten das schnelle Abschmettern des CDU-Vorschlags durch die Ratsmehrheit, der KWG in einem Tauschverfahren Flächen im Bebauungsgebiet Amshausen Nord für die Verwirklichung ihrer Pläne zur Verfügung zu stellen.

FDP steht zur Forderung „Steinhagen braucht günstigen Wohnraum“

FDP-Fraktionschefin Silke Wehmeier beleuchtete die Gründe, weswegen ihre Partei den CDU-Vorschlag in der Juli-Ratssitzung ablehnte. „Ein Flächentausch zieht umfangreiche juristische Folgen nach sich. Die müssen vor einer Entscheidung klar auf dem Tisch liegen.“ Der Antrag der CDU sei zu kurzfristig gewesen. Generell wäre die FDP für die Schaffung günstigen Wohnraums. Wehmeier: „Das Argument, `günstiger Wohnraum gerne, doch nur nicht vor der eigenen Haustür´ lasse ich nicht gelten.“

Kai funke fordert Kostentransparenz

Auf die möglichen Kosten eines Flächentauschs wies der parteilose Ratsherr Kai Funke hin, gleichzeitig UWG-Vorsitzender. „Der Antrag der CDU war mir zu kurzfristig. Wenn ich die Kosten gekannt hätte, wäre ich vielleicht auch dafür gewesen.“ CDU-Fraktionsvorsitzender Herbert Mikoteit wies darauf hin, genaue Kosten könnten doch erst nach Verhandlungen benannt werden.

BA/STU ist für Anpassung von Neubauten an vorhandene Struktur

In Vertretung der BA/STU-Vorsitzenden Jutta Ostermann-Lau nahm Axel König an der Diskussionsveranstaltung teil. „Sie hat den CDU-Antrag zwar auch abgelehnt, doch in unserer Partei herrscht Meinungsvielfalt.“ Er sei für Naturschutz und dafür, neue Bauten unbedingt an die vorhandene Siedlungsstruktur anzupassen.

Udo Bolte von der SPD unterstreicht Erfolge der Amshausen-Fans

Die Einladung, nach vorne zu den anderen Fraktionen zu kommen, lehnte SPD-Mitglied Udo Bolte, Initiator der Amshausen-Fans, ab.  Aus dem Publikum heraus unterstrich er die bedeutende Rolle der Amshausen-Fans für den Ortsteil. „Wir setzen uns schon seit langen Jahren für die Interessen der Amshausener ein“, sagte der Ratsherr und Träger eines Direktmandats. Schade nur, dass seine Fraktion offiziell gar nicht auf die Einladung des Aktionsbündnisses Amshausen geantwortet hat.

KWG nimmt Anregungen der Bürger/innen in weitere Planungen auf

KWG-Vorstandssprecher Sven Eisele verdeutlichte: „Einerseits ist die KWG ein Wirtschaftsunternehmen. Wir möchten unseren Mietern moderne Wohnungen zu moderaten Preisen anbieten.“ Andererseits sei ihm daran gelegen, sich auch mit den Anwohnern zu arrangieren: „Ich nehme viele Anregung mit, über die wir bei der weiteren Planung diskutieren werden.“